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Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters (MTU)

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Grundlegende Forschungen zur deutschen Literatur des Mittelalters

Die Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters (MTU) sind eine international seit langem hochrenommierte Reihe der germanistischen Mittelalter­forschung. Sie stellt ausgewählte editorisch und methodisch-analytisch orientierte Arbeiten von Fachkollegen aus dem In- und Ausland für die wissenschaftliche Öffentlichkeit bereit. Publikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

Die Ziele der Reihe

Ziel der Reihe ist die Publikation von ausgewählten Forschungsergebnissen vorrangig aus zwei Wissenschaftsfeldern:

  • Grundlagenforschung: Editionen, Untersuchungen zur Überlieferungs- und Textgeschichte, Standardrepertorien aus den Bereichen der material philology
  • Analytische Beiträge zur aktuellen Methodendiskussion anhand exemplarischer Untersuchungen.

Zuletzt erschienen:

Band 147 / 2017

Sandra Linden: Exkurse im höfischen Roman

Exkurse setzen im mittelalterlichen höfischen Roman die Ordnung des Erzählens aus, indem der Erzähler eine alternative Sprechhaltung annimmt und sich meist direkt an sein Publikum wendet. Im Laufe der Gattungsgeschichte prägen sich inhaltliche Konventionen und Stilmerkmale des Exkurses aus, die die Studie über exemplarische Analysen von den Romanen Hartmanns von Aue bis zu Minne- und Aventiureromanen um 1300 analysiert und zu einer Poetik des Exkurses verdichtet. Es zeigt sich, dass der Exkurs in einem artistisch kompetenten höfischen Erzählen ein zentrales Darstellungsmittel ist.

 

Band 146 / 2017

Sophie Marschall: Unterlaufenes Erzählen. Psychoanalytische Lektüren zum höfischen Roman.

Die Monographie untersucht vier Werke der mittelhochdeutschen höfischen Literatur (‚Lanzelet‘ Ulrichs von Zatzikhoven, ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach, ‚Tristan‘ Gottfrieds von Straßburg und ‚Wigalois‘ Wirnts von Grafenberg). Phänomene wie Ambiguitäten, Vagheiten, Brüche der Kohärenz werden mit der psychoanalytischen Auffassung des Sprechens als dynamischen Ineinanders verschiedener, oft gegenläufiger Botschaften verbunden. Mit dieser insbesondere von den Arbeiten Jacques Lacans angeregten Perspektive unternimmt es die Studie, einem dem Erzählen unterlaufenen ‚anderen‘ Erzählen nachzugehen.


In Vorbereitung:

Norbert Kössinger: Schriftrollen. Untersuchungen zu den deutschsprachigen und mittelniederländischen Rotuli.

Julia Frick: Thomas Murners ‚Aeneis‘-Übersetzung (Straßburg 1515). Lateinisch-deutsche Edition und Untersuchungen.

Kathrin Chlench-Priber: Die Gebete Johanns von Neumarkt und die deutschsprachige Gebetbuchkultur des Spätmittelalters.

Gisela Kornrumpf: Vom Codex Manesse zur Kolmarer Liederhandschrift. Aspekte der Überlieferung, Formtraditionen, Texte. II. Die St. Katharinentaler Liedersammlung. Verstreut überlieferte Lieder und Sangsprüche.


Förderung

Die MTU werden von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Daneben wurde die Reihe finanziell von S.K.H. Herzog Franz von Bayern unterstützt.